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Buchmessen-Schwerpunkt 2005: KOREA

Unsere koreanischen Autoren Hwang Chi-Woo, Kim Chi-Ha sowie Park Ynhui werden auf der Buchmesse in Frankfurt (19.-23.10.05) anwesend sein.





"MEINE LIEBE, MEIN VATERLAND."
In ihrem Buch schildert die Ehefrau des koreanischen Friedensnobelpreisträgers Kim Dae-Jung in anschaulicher und eindringlicher Weise, wie sie und ihr Mann nie die Hoffnung aufgaben, nie ihren Glauben verloren, wie sie überlebten und wie sie nicht nur letztlich über Verfolgung und Diktatur triumphierten, sondern auch weltweite Anerkennung fanden.



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Erleben Sie die wechselvolle Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert

Zhou Chun
Ach, was für ein Leben! - Schicksal eines chinesischen Intellektuellen. Abera Verlag: Hamburg 2001.
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 6 Fotos, 2 Abbildungen.
ISBN 3-934376-27-4

Bewegender autobiographischer Roman von Prof. Zhou, der typisch ist für das Schicksal einer ganzen Generation chinesischer Intellektueller.

In Zhou's Geburtsstadt Shanghai regieren in den 30er Jahren die Europäer und Japaner ohne Mitspracherecht der chinesischen Einwohner. Schon früh erwacht daher in dem Kleinunternehmersohn der Wunsch, die Armut und Unmündigkeit in seinem Land zu bekämpfen. Im Bürgerkrieg 1945 stellt er sich auf die Seite der KP. Seine Sprachkenntnisse lassen ihn vom Auslands-Rundfunksprecher zum Dolmetscher der Staats- und Parteispitze aufsteigen. Er übersetzt bei Besuchen deutscher Delegationen für Zhou Enlai und Mao Zedong. Damit verbinden sich seine persönlichen Erfahrungen mit der Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen in den 50er Jahren. Sein Wunsch, "dem Volke zu dienen", wie es von Mao gefordert und von vielen Intelektuellen in der Aufbaueuphorie der 50er Jahre unterstützt wird, geht jedoch nicht in Erfüllung. Die Mitgliedschaft in der KPCh, die ihm als der "Retter" Chinas erscheint, wird ihm aufgrund seiner Herkunft aus dem Bürgertum verwehrt. 1956 ermuntert die Parteispitze während der "Hundert Blumen Kampagne" dazu, Kritik am Arbeitsstil der eigenen Organisationen zu üben. Zhou Chun folgt dieser Aufforderung. Die Konsequenz: Für 22 Jahre muß er, als "Rechtsabweichler" gebrandmarkt, in Gefängnissen, Arbeitslagern und in entlegenen Gebieten unter menschenunwürdigen Umständen schwerste körperliche Arbeit leisten. Erst 1979, nach dem Ende der Kulturrevolution und dem Beginn der Öffnung Chinas zum Westen erlangt er seine Freiheit wieder. Als Germanistik-Professor kommt er 1988 nach Berlin, seine, wie er sagt, nach Shanghai und Peking "dritte" Heimatstadt.


REZENSION

Gernot Wolfram in Die Welt vom 06.07.2001

Ein Händedruck gab Hoffnung für 22 Jahre:
Zhou Chun, erst Übersetzer Maos, dann Arbeitslager-Häftling, lebt heute als Wissenschaftler in Berlin

In Maos Empfangszimmer gab es 1954 nur Tee und Zigaretten. Man feierte den fünften Gründungstag der Volksrepublik und Mao erwartete Gäste aus der im Vergleich winzigen Bruderrepublik DDR. In seinem grauen Anzug und den schwarzen Lederschuhen begibt Mao sich zu seinem Sessel und weist den Dolmetscher an, rechts von ihm Platz zu nehmen. Mao zündet sich eine Zigarette an, hört den Delegationsglückwünschen des dicklichen DDR-Repräsentanten Dr. Bolz zu und plaudert in kurzen, schlichten Sätzen, gefärbt vom Dialekt seiner Heimatgegend, über die Entwicklung der Volksrepublik China. Maos Dolmetscher bei diesem Anlass, Zhou Chun, ist 28 Jahre jung, gläubiger Kommunist und Verehrer der deutschen Literatur. Er folgt andächtig den Worten des Großen Vorsitzenden und überträgt sie beflissen ins Deutsche. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, dass er nur ein paar Jahre später von den gesprächigen Tischen der Mächtigen zu den sprachlosen Wänden der chinesischen Umerziehungslager verstoßen werden wird. Zhou Chun, von den Genossen der "Kleine Zhou" genannt, hat den Mut, auf Widersprüche hinzuweisen, den Mund aufzumachen, wenn es ihm notwendig erscheint. Als Sohn eines Handwerkmeisters aus Shanghai gilt er als "Kapitalistenkind", zudem sind ihm die "Massenbewegungen", in den Straßen Tausende Menschen mit erhobenen Armen, suspekt.
Nach seiner Tätigkeit in Maos Außenministerium, arbeitet er in einem Verlag, wo man ihm schließlich unterstellt, "mit den Konterrevolutionären zu liebäugeln". Er wird als "Rechtsabweichler" denunziert und verhaftet. Obwohl in China persönliche Gesten zwischen Beamten und Bürgern unüblich sind, drückt ihm ein Polizist die Hand und sagt, dass er die Hoffnung nicht verlieren solle. Die 22 Jahre dauernde Odyssee durch Gefängnisse und Straflager haben ihn diese Geste nicht vergessen lassen. "Sie war ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit, an das ich mich halten konnte."
Zhou Chun, der seit 13 Jahren in Berlin lebt, ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Auslandschinesen. Er sieht sich weder als Dissident noch als Regimegegner. "Ich bin lediglich ein Chinese, der etwas weiß . . ." Nun könnte man sagen: asiatische Bescheidenheit, Rücksicht auf das Land der Herkunft, Schmerzensbändigung. Damit hätte man jedoch nur einen Rand gestreift. Zhou Chun ist ein sensibler Intellektueller, der seit frühester Jugend den Austausch mit Europa und mit Deutschland gesucht hat. Ein Schriftsteller und Akademiker, der in den Disziplinierungen, die in der chinesischen wie deutschen Geschichte stattgefunden haben, die Hintergründe für das Scheitern der Utopien von einem menschlicheren Zusammenleben sucht. "Eine Rede, die ich fünf Minuten im Verlag hielt, kostete mich 22 Jahre Verbannung", sagt er lächelnd während einer Lesung aus seiner Autobiografie ("Ach, was für ein Leben!"/Abera-Verlag) in der Schwartzschen Villa. "Nun bin ich über 70, aber ich hole die Jahre nach. Manchmal glaube ich, ich sei in meinen besten Jahren nie so produktiv gewesen wie heute."
Zhou, der sich sein Geld als Gastprofessor und Journalist verdient, hat eine europäische Erfahrung als die für ihn maßgebliche erkannt: Nur wenn man der individuellen Geschichte eine Stimme gibt, kann man auch eine kollektive Erzählung niederschreiben. In China, wo er als Gefangener sofort mit einer Nummer gehandelt wurde, ist dieser Ansatz noch immer befremdlich. Der Einzelne verschwindet in der Masse, geht auf in gesellschaftlichen Prozessen. Die so genannte "Verwestlichung" Chinas ändert daran nur wenig. Der Fortschritt erfolgt nicht als philosophisches Glücksversprechen für das Individuum, das sich seiner Entfaltungsmöglichkeiten bewusst wird, sondern als Massenbestrebung. Der Große Vorsitzende Mao, an manchen Universitäten Chinas immer noch Pflichtlektüre, hängt als ideologischer Schwaden weiterhin in den Köpfen vieler chinesischer Menschen.
Wer Zhou Chun beobachtet, erstaunt über den hellen freundlichen Blick und über den grundsätzlichen Optimismus des Literaturwissenschaftlers. Die Erfahrungen in den Lagern haben ihn nicht gebrochen. Mitunter dringt sogar etwas von der Jungenhaftigkeit durch, die ihn in den fünfziger Jahren ehrfurchtsvoll "Großer Vorsitzender!" flüstern ließ, sobald Mao ihn an den Verhandlungstischen direkt in die Augen blickte. "Ich möchte, dass die Menschen hier sich in ähnlicher Weise für China zu interessieren beginnen, wie es die Chinesen mit Deutschland tun. Diese Neugierde ist die Chance für die Zukunft." Als freudige Perspektive nach den persönlich erlebten Katastrophen der Kulturrevolution und der Gewalt auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist diese Haltung Zhous wahrlich ein konfuzianisches Dennoch, dem großer Respekt gebührt.


AUTORENPORTRÄT

Zhou Chun, geboren 1926 in Shanghai lebt heute in Berlin. Von 1949 bis 1955 war er erster Dolmetscher für Deutsch im Außenministerium der Volksrepublik China, übersetzte u.a. für Mao Zedong und Zhou Enlai. Von 1955 bis 1957 Lektor für deutschsprachige Literatur. Die Jahre von 1957 bis 1979 verbrachte er als sogenannter Rechtsabweichler in Straflagern und in der Verbannung. Nach seiner Rehabilitierung 1979 war er bis 1988 erster Direktor des Forschungsseminars für Komparatistik in Shanghai. Seit 1988 arbeitet er als Gastprofessor, Journalist und Autor in Deutschland.


LESEPROBE

"...Lao Wang komm her! Und ihr alle, hört zu! Das ist ein bourgeoiser Rechtsabweichler vom Verlag. Die Partei hat uns Arbeiter beauftragt, ihn zu reformieren. Er steht unter eurer Aufsicht. Macht mit ihm, was ihr wollt."

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Auf der Frankfurter Buchmesse (19-23.10.05) finden Sie uns in Halle 3.1, Stand A 152. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

News

"ESSEN ERLEBEN..."
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"DAS LAUB FÄLLT ZUR BAUMWURZEL NIEDER"
Maos Ex-Dolmetscher kehrt nach China zurück
"Ja, ich habe Heimweh" gibt Zhou Chun offen zu, "ich bin doch nicht anders als die vielen Chinesen im Ausland, die am Ende ihres Lebens gerne in ihre Heimmat zurückkkehren möchten. - Das Laub fällt zur Baumwurzel nieder - nennen wir das."
Zhou Chun, geboren 1926 in Shanghai, lebte seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1988 als Gastprofessor, Journalist und Autor in Berlin. Von 1949 bis 1955 war er erster Dolmetscher für Deutsch im Außenministerium der Volksrepublik China, übersetzte u.a. für Mao Zedong und Zhou Enlai. Die Jahre von 1957 bis 1979 verbrachte er als sogenannter Rechtsabweichler in Straflagern und in der Verbannung.
Nach seinem viel beachteten autobiographischen Roman "Ach, was für ein Leben!" hat Zhou Chun nun kurz vor der Rückkehr nach China einen zweiten Roman auf Deutsch vorgelegt: "Tochter der Partei". Dem Roman liegt das Schicksal seiner Schwester zu Grunde, die sich auf Drängen der KP von Ihrem Mann trennen mußte.
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